Feststellung der Kompetenz von Energieberatern

Die VDI-Richtlinie 3922 Blatt 2 definiert Kompetenzen für Energie-Berater in ca. 134 Kategorien, 32 Feldern und 7 Bereichen und wichtet diese innerhalb von 5 Profilen. In einem Zertifzierungsverfahren kann ein Personenzertifikat für jeder der 5 Profile erreicht werden. Grundlage des Zertifzierungsverfahren ist das Bestehen eine Online-Tests.

Dieser Test ist in 10 Teiltests gegliedert, die je nach Beraterprofil mit mehr oder weniger Punkten absolviert werden muss. Im Gegensatz zu anderen Prüfungsverfahren gibt es keine Prüfungsvoraussetzungen. Ein formaler Nachweis der Ausbildung und Praxiserfahrung ist nicht erforderlich. Ziel des Tests ist es, die aktuelle Kompetenz abzuprüfen, die sich der Berater auch durch Berufspraxis erworben haben kann.

Damit die Teiltests und ihre Gesamtheit eine objektive, valide, zuverlässige und glaubwürdige Methode zur Feststellung der Kompetenz von Energieberatern bilden kann, muss jeder Teiltest und der Gesamttest kalibriert und optimiert werden.

Mit jedem Test werden anonymisiert die Antwort zu den Testfragen gesammelt. Diese Antworten werden systematisch, statistisch ausgewertet. Fragen, die nicht zu selektiven Ergebnissen führen, werden Fragen ersetzt oder umformuliert. Teiltests, die im Vergleich zu anderen Teiltests zuviel oder zu wenig Gewicht haben, müssen bezüglich ihrer Blueprints angepaßt werden. Die Blueprints dienen der Testmaschine als Schablone für die Fragenauswahl je Teiltest.

Es werden daher möglichst viele und unterschiedliche Probanden gesucht. Je mehr Berater an der Kalibrierung mitwirken, desto besser passt die Kalibrierung zum vorhandenen Markt. Wenn Sie weitere Informationen wünschen, klicken Sie hier in diesen "Kurs".


Testaufbau

Grundgedanke

Alle bekommen den gleichen Test. Die KF stellt fest, was jeder kann - ohne durch ein Profil vorgeprägt zu sein.

•   Der Test muss nicht in einem Stück durchgeführt werden. Es gibt mehrere Tests, um das gesamte Wissengebiet in kleine  "Portionen" zu teilen.

•   Die Teststruktur ist nach "Fächern" nicht nach Profilen aufgebaut; gemäß dem Ansatz der ausbildenden Einrichtungen: "man schreibt eine Fachklausur nach der anderen".

•   Jeder Teiltest wird in sich schwieriger. Jeder kann soweit gehen, wie er will oder kann. Jeder kann in jedem Teiltest abgeben, wenn er am Ende seines Wissen angekommen ist oder weitermachen bis das Zeitlimit erreicht wird, um auch mehr Punkte / besseres Wissen darstellen zu können. 


Struktur des Gesamt-Tests

TT-Nr.

Teiltest

 

Kompetenzfelder im Teiltest

Dauer (ca.)

01

"Managen"

6.1 Auftrags-Management

6.2 Projekt-Management

6.3 Managementsysteme

6.4 Auditieren, Prüfen, Überwachen

00:50

02

"Markt-Recht-Finanzen"

5.1 Gesetze, Verordnungen, ...  

5.2 Technische Regeln   

5.3 Projektfinanzierung   

5.4 Energie-Einkauf

 

4.4 Investitionsrechnung

00:30

03

Daten-1 (Analyse)

4.3 Analyse-Methoden und Vorgehen

00:50

04

Technik-Komponenten 1

1.1 Wärmeerzeugung aus Verbrennung

1.2. Wärmekraftmaschinen

1.3. Energie aus strömenden Ressourcen

1.4. Thermische Verbraucher - Wärmenutzung

3.1  Energieerzeugungs-Anlagen (Strom und Wärme)

01:00

05

Technik-Komponenten 2

1.5 El.Verbraucher - KW-/KK-Maschinen

1.6. El.Verbraucher - el. Antriebe

00:40

06

Technik-Komponenten 3

1.7 Druckluftverbraucher

1.8. El.Verbraucher-Beleuchtung

1.9 El. Verbraucher - Chemisch

1.10 El. Verbraucher - IKT

00:30

07

Technik-Netze&Transport

2.1 Energie-Transport, -Speicher

2.2 Material- + Personen- Transport (Verkehr)

00:50

08

Gebäude & TGA

 

ergänzend zu den Technik-Komponenten:

3.4 Gebäude

3.5 TGA Technische Gebäude Ausrüstung

01:00

09

Technik - Anlagen

 

3.6 Steuerung und Regelung

 

00:30

10

Daten

 

4.1 Daten & Informationen erheben

4.2 Datenqualität bewerten

 

01:00


Bestanden (Voraussetzungen)

50% der Punkte in jedem Kompetenzfeld gewichtet um die Relevanz der Kategorien innerhalb des Profils

60% der Gesamtpunkte gewichtet um die Relevanz der Kategorien innerhalb des Profil


Voraussetzungen

Das fachliche Niveau der Prüfung setzt neben der Praxiserfahrung in der Regel eine Ausbildung nach dem Deutschen Qualifikationsrahmen ab Stufe 6 voraus, d. h. mindestens eine Ausbildung zum Meister, Techniker, Bachelor (vergl. Energiedienstleistungsgesetz und Energieeinsparverordnung) in einer einschlägigen Fachrichtung.

Ein formaler Nachweis der Ausbildung und Praxiserfahrung ist nicht erforderlich.


Zertifikat

Das Zertifikat wird entsprechend einer Diplomurkunde von einem Personalzertifizierer mit Akkreditierung nach ISO 17024 vergeben.

Nach erfolgreich abgeschlossenem Zertifizierungsverfahren wird eines oder werden mehrere der folgenden Zertifikate erteilt:

•    „Energieberater VDI 3922/2 für Wohngebäude“

•    „Energieberater VDI 3922/2 für Nicht- Wohngebäude“

•    „Energieberater VDI 3922/2 für Fertigungstechnik“

•    „Energieberater VDI 3922/2 für Verfahrenstechnik“

•    „Energieberater VDI 3922/2 für Verkehr“

Die Zertifikate können bei entsprechendem Prüfungsergebnis ergänzt werden um:

•    einen Hinweis auf besondere Expertise in einem Kompetenzfeld

•    einen Hinweis auf herausragende Expertise in einem Kompetenzfeld.

Die Darstellung der qualitativen Prüfungsergebnisse erfolgt in Form eines Netzdiagramms (analog zum Notenspiegel bei anderen Zeugnissen)


Beispielaufgaben:

Wärmelehre

 Welche Aussage ist richtig?

 Wählen Sie eine Antwort:

a. Wärmeverluste von Körpern bei hohen Temperaturen sind niedriger durch Wärmeabstrahlung als durch Konvektion.

b. Wärmeverluste von Körpern bei niedrigen Temperaturen sind höher durch Wärmeabstrahlung als durch Konvektion.

c. Wärmeverluste von Körpern bei hohen Temperaturen sind höher durch Wärmeabstrahlung als durch Konvektion.

d. Wärmeverluste von Körpern bei niedrigen Temperaturen sind niedriger durch Wärmeabstrahlung als durch Konvektion.


Gebläse, Lüfter, Verdichter

 Wie verhält sich die Leistungsaufnahme eines Lüfters zur Drehzahl?

 Wählen Sie eine Antwort:

a. Leistungsaufnahme proportional Drehzahl³

b. Leistungsaufnahme proportional Drehzahl²

c. Leistungsaufnahme proportional Drehzahl

d. Leistungsaufnahme proportional 1/ Drehzahl